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Dienstag, 11. Oktober 2005, 20:06

Casemodding

rau, klobig, hässlich. Moderne Computer sind schnell und haben viel Speicherplatz, sehen aber oft immer noch so aus wie ihre Ahnen aus computergrauer Vorzeit.
Doch so muss es ja nicht bleiben. Der Computer mutiert zur Multimediamaschine, speichert Fotos, Musik und Filme und rückt derart immer weiter aus dem Arbeitszimmer hinein auch in die Wohnbereiche. Das darf man ihm auch ruhig ansehen – das Zauberwort dabei lautet: „Casemodding“.

Auf deutsch bedeutet Casemodding, das Gehäuse („Case“) eines Computers optisch zu modifizieren („modden“).

Die ersten Casemodder erreichten dieses Ziel noch mit recht ungewöhnlichen Methoden: Mit Stichsäge und Flex rückten sie ihren PCs zu Leibe, sägten Aussparungen und Fenster in die Außenwände, verschlossen sie mit Plexiglas und beleuchteten den Innenraum mit Leuchtdioden und Kaltlichtkathoden.

Vielen Bastlern ist das simple Umbauen eines fertigen Gehäuses nicht spannend genug. Sie konstruieren komplett neue Gehäuse oder bauen Gegenstände des Alltags so um, dass sie einen Computer beherbergen können.

Und Computer passen in erstaunlich viele Geräte: Bierkästen, ferngesteuerte Autos, Gitarren, CD-Player sowie CD-Koffer und sogar in eine Schaufensterpuppe – die Liste ließe sich schier endlos verlängern.

Jedes Jahr messen sich die besten Casemodder im Wettkampf bei der „Deutschen Casemod Meisterschaft“ (DCMM). In diesem Jahr fand diese erstmals auf der CeBit statt. Das Interesse der Besucher an den auffälligen Kisten war groß, und vielleicht gibt es die nächste Runde auch wieder auf der CeBit zu bewundern.

Doch Casemodding ist nicht mehr nur noch etwas für Bastler. Gehäuse mit Fenstern oder ganz aus Plexiglas, UV-reflektive Kabel, beleuchtete Lüfter, Tassenwärmer mit USB-Anschluss und Mousepads mit Unterbodenbeleuchtung ... Nichts ist zu ungewöhnlich, um nicht doch angeboten zu werden.

Wenn alle Leuchten verlötet und alle Fenster verbaut sind, ist der Computer zwar schön anzusehen, aber in vielen Fällen auch noch immer ganz schön laut. Auch hier schafft das Casemodding Abhilfe – allerdings mit entgegengesetztem Ziel: Während die optische Erscheinung des Computers gar nicht auffällig genug sein kann, sollte der Computer akustisch möglichst nicht wahrzunehmen sein.

Am lautesten ist oft der Lüfter des Prozessors. Schon für rund 25 Euro gibt es im Fachhandel spezielle Lüfter, die dank höherer Effizienz mit niedrigeren Drehzahlen laufen können und so deutlich leiser sind als die Standardmodelle.

Wer es ganz spektakulär – und ganz leise – mag, kann auch ganz ohne Lüfter arbeiten und stattdessen eine Wasserkühlung einbauen. Das sollten sich aber nur ambitionierte Bastler zutrauen. Die Zubehörteile gibt es inzwischen nicht mehr nur im Sanitär-, sondern auch im Computerfachhandel.

Quelle: WDR-Fernsehen

MfG
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